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Monitoring-Bericht

Der Klimapakt legt Leitprinzipien und Handlungsfelder fest, welche die regionale Klimaschutzarbeit strukturieren. Das vorliegende Klimapakt-Monitoring fasst den Stand der Umsetzung der Ziele und Handlungsfelder zur Jahresmitte 2025 zusammen. Das jeweilige Referenzjahr richtet sich nach der Datenverfügbarkeit. Das Monitoring dient dazu, die Zielerreichung des Klimapakts kontinuierlich aufzuzeigen, Zwischenschritte und weiteren Handlungsbedarf sichtbar zu machen und die Motivation der Akteure hochzuhalten.

Gleichzeitig liefert es Transparenz, fundierte Fakten und Erkenntnisse, die für die interne Steuerung, die öffentliche Kommunikation und eine lösungsorientierte Zusammenarbeit genutzt werden können. Der Bericht soll Teil eines kontinuierlichen Klimapakt-Monitorings auf Ebene der Metropolregion werden, das im Zweijahres-Rhythmus fortgeschrieben wird.

Methodisch basiert der Bericht auf einer Mischform aus Monitoring und Reporting: Während das Monitoring eine quantitative und qualitative Betrachtung ausgewählter Indikatoren über den Zeitverlauf ermöglicht,hebt das Reporting exemplarisch besonders erfolgreiche Maßnahmen und Projekte hervor.

Die Indikatoren sowie die dafür verwendeten Datenquellen stützen sich auf externe Statistiken, auf Studien im Auftrag der Metropolregion Nürnberg sowie auf eine Befragung der Klimaschutzmanager:innen der Mitgliedskommunen, die im April/Mai 2025 38 der 54 kontaktierten Gebietskörperschaften beantwortet haben (Rücklaufquote: 70 %).

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Zentrale Ergebnisse des Monitorings:

1. Zielpfad Klimaneutralität

  • Treibhausgasemissionen 2015-2022 um 17% gesenkt – bei gleichzeitigem Wirtschaftswachstum
  • CO-Reduktionstempo führt nur zu Klimaneutralität bis 2050, nicht wie angepeilt bis 2040
  • Jährliche CO2-Reduktion 2017-2022 (-3,7%) liegt hinter nötigem Wert (-5,1%) zurück.

 

Quelle: Energie- und Treibhausgasbilanz 2023 (Wolfgang Seitz)

2. Erneuerbare Energien - Strom

2.1. Erneuerbare Stromerzeugung

  • Anteil erneuerbarer Energien im Stromsektor deutlich angestiegen:
    57% (2022) und damit über Bundesdurchschnitt
  • Dynamischer Ausbau der Photovoltaik, Windkraft zieht langsam nach

Aber:

  • Stromnetze vielfach an Belastungsgrenze
  • koordinierter Netzausbau und Integration von Speichern und intelligenter Steuerungstechnik dringend nötig.

Quelle: Marktstammdatenregister

 

2.2. Erneuerbare Stromerzeugung im interkommunalen Vergleich

  • Bei Erzeugung Landkreise deutlich vor den Städten (mehr Fläche zur Stromerzeugung)
  • Viele Landkreise versorgen sich zu >100% mit erneuerbarem Strom, Städte erst zu 4-37%
  • Spitzenreiter: Landkreis Ansbach (flächenmäßig größter Landkreis Bayerns) mit knapp 1.200 MW Erzeugungskapazität
  • Fünf weitere Landkreise mit mehr als 600 MW Erzeugungskapazität

Quellen: Marktstammdatenregister, EnergieAtlas Bayern

3. Gebäude und Wohnen

3.1. Heizwärmebedarf Wohngebäude

  • Heizwärmebedarf stieg im Zeitraum 1990-2022 um +16,5 %
  • gleichzeitig stieg durchschnittliche Wohnfläche pro Einwohner:in um + 31 %
  • Spezifischer Heizwärmebedarf sank im Zeitraum 1990-2022 um -18 % auf jährlich 113 kWh/m2und damit unter deutschem Durchschnittswert 2022 (128 kWh/m2 laut dena bzw. 138 kWh/m2 laut DIW)

Quelle: Energie- und Treibhausgasbilanz 2023 (Wolfgang Seitz)

 

3.2. Kommunale Wärmeplanung

  • Planung ging 2025 schnell voran: mehr als jede fünfte Kommune bis Jahresende abgeschlossen, 50% mittendrin oder kurz vor Abschluss
  • Intensiver Austausch zu Wärmeversorgung und energetischer Sanierung in Initiativkreisen und Projekten der Metropolregion Nürnberg

Quelle: Befragung der Klimaschutzmanager:innen der Metropolregion Nürnberg (Mai 2025 – November 2025)

 

4. Mobilität und Verkehr

4.1. Aufteilung Verkehrsmittel nach Wegen (Modal Split)

  • Verkehrssektor hat am wenigsten CO2 reduziert
  • Anteil des Umweltverbunds (Fuß, Fahrrad, ÖPNV) an Verkehrswegen liegt unter Bundesdurchschnitt
  • Anteil des Umweltverbunds in den Städten höher als in den Landkreisen

Quelle: Mobilität in Deutschland (MiD)

4.2. Ausbau des ÖPNV

  • Erweiterung des Gebiets des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN) zum 1. Januar 2024
  • ÖPNV-Angebot wird kontinuierlich ausgebaut:
    Platzkilometer (berücksichtigt Fahrleistung und Anzahl der Plätze) wuchsen zwischen 2019 und 2023 um knapp 3 Mrd. km
  • Aber: Verkehrsbetriebe können weniger Kosten aus Einnahmen decken,
    Abhängigkeit von Zuschüssen der öffentlichen Hand ist gewachsen

Quelle: VGN

4.3. E-Ladeinfrastruktur

  • Öffentliche E-Ladeinfrastruktur wird kontinuierlich ausgebaut: sowohl bei der Anzahl der Ladepunkte als auch bei der Ladeleistung
  • Vor allem der Ausbau des Schnelladens (DC-Laden, ab 22 kW) kommt gut voran
  • Metropolregion Nürnberg beim Ausbau der Ladepunkte  über Bundesdurchschnitt, bei Ausbau der Ladeleistung auch über bayerischem Durchschnitt
  • Jährliche Ladeleistung nach Kommunen variiert recht erheblich

Quelle: Ladesäulenregister (BNetzA)

 

5. Regionale Wirtschaft

5.1. Entwicklung von THG-Emissionen und Beschäftigung

  • Im Bereich der Wirtschaft wurden 1990-2022 die meisten THG-Emissionen reduziert (-45 %) bei gleichzeitigem Wachstumskurs
  • Starkes Unternehmensumfeld (z.B. CleanTech), Forschungs- und Gründungsaktivitäten
  • Beschäftigtenentwicklung „Energie und Umwelt“ zwischen 2014-2023 positiv (+6%), allerdings langsamer als im deutschen Durchschnitt (ca. +20 %)

Quelle: Prognos AG, Bundesagentur für Arbeit

 

5.2. Nachhaltige Beschaffung und Fairtrade

  • Klares Schwerpunktthema: Metropolregion Nürnberg stellt 10% der Fairtrade-Städte und Bildungseinrichtungen bundesweit
  • Pakt zur nachhaltigen Beschaffung 2019 geschlossen
  • Wert der nachhaltige Beschaffung von Waren und Dienstleistungen jährlich steigend: von 5,4 Mio. € (2020) auf 35,2 Mio. € in 2024 
    (mehr im Smart Diagramm)

Quelle: Metropolregion Nürnberg

 

6. Biodiversität, Flächenmanagement und Naturschutz

  • Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche in der EMN knapp unter dem deutschen Durchschnitt.
  • Flächenneuinanspruchnahme etwa im bundesdeutschen Schnitt, steigt allerdings an – bedingt durch Gewerbe, Wohnbau und Energie.
  • Im bayerischen Vergleich weisen die der Metropolregion Nürnberg zugehörigen Regierungsbezirke geringe Neuverbrauchswerte auf.
  • Angesichts steigenden Flächenverbrauchs und Flächenbedarfe der Energiewende wird Umsetzung nachhaltiger und intelligenter Nutzungskonzepte (z.B. Agri-Photovoltaik) immer wichtiger.

Quelle: Bay. Landesamt für Statistik

7. Kommunaler Klimaschutz

  • Kompetenz der EMN-Kommunen im Klimaschutz fest etabliert, größtenteils sind Stellen bereits entfristet
  • Kommunale Klimaschutzmanagements leisten umfangreiche Aktivitäten: u.a. bieten gut 80% der Kommunen Energieberatung an
  • Gut zwei Drittel der Kommunen haben Ziele für die Klimaneutralität der Kommune, allerdings noch kein flächendeckendes Zielmonitoring / THG-Bilanzierung, nur 29% haben konkrete Ziele für Klimaneutralität ihrer Verwaltung

Quelle: Befragung der Klimaschutzmanager:innen der Metropolregion Nürnberg (Mai 2025) 

8. Interkommunale Kooperation

  • Kooperationsstrukturen der Metropolregion im Klimaschutz – v.a. Forum und Initiativkreise – von Kommunen aktiv genutzt und positiv bewertet (45% „sehr wichtig“ oder „wichtig“)
  • Gewünscht: noch aktivere Koordination bei großräumigen Energie- und Wärmeprojekten und politischer Interessenvertretung

Quelle: Befragung der Klimaschutzmanager:innen der Metropolregion Nürnberg (Mai 2025) 

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