Mit Eis in die Energiezukunft: Richard Köstner Gruppe verbindet bewährte und innovative Lösungen
Wie lassen sich große Gewerbegebäude möglichst effizient und klimafreundlich mit Wärme und Kälte versorgen – und dabei fossile Energieträger konsequent ersetzen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Richard Köstner Gruppe bei der Weiterentwicklung ihrer Firmenzentrale seit vielen Jahren. Das Großhandelsunternehmen für Sanitär/Heizung/Installation, Werkzeug, Bauelemente und Stahl aus Neustadt an der Aisch zeigt, wie bewährte erneuerbare Energien und innovative Gebäudetechnik zusammenspielen können.
Schon bei den ersten Bauabschnitten 2013 und 2015 setzte das Familienunternehmen mit rund 270 kWp Photovoltaikleistung auf erneuerbare Energien. Beim finalen Bauabschnitt, realisiert von Anfang 2024 bis Ende 2025, wurde dieser Weg konsequent weitergeführt: mit einem Eisspeicher als zentralem Baustein der Wärme- und Kälteversorgung.
Ein Speicher für zwei Jahreszeiten
Der unter den Parkplätzen liegende, mit Wasser gefüllte Eisspeicher dient im Winter als Wärmequelle. Beim Gefrieren des Wassers wird Kristallisationswärme frei, die über die Wärmepumpe zum Heizen genutzt werden kann. Das im Speicher entstandene Eis kann im Sommer wiederum zur Kühlung des Gebäudes genutzt werden – ohne klassische Split-Klimageräte.
Zusammen mit zwei Sole-Wärmepumpen und sechs Luft-Wasser-Wärmepumpen deckt das System einen Heizlastbedarf von 600 kW und versorgt mehr als 12.000 m² Fläche mit Wärme und Kälte. Die Kombination ermöglicht eine energieeffiziente Wärme- und Kälteversorgung und reduziert den Bedarf an zusätzlichen Kühlgeräten sowie den damit verbundenen Wartungs- und Reparaturaufwand.
Regenwasser als Ressource
Auch beim Umgang mit Regenwasser verfolgt Köstner einen nachhaltigen Ansatz. Oberflächenwasser von den versiegelten Flächen wird über spezielle Anlagen gereinigt und einem ursprünglich als Ausgleichsfläche angelegten Biotop, sowie einem zusätzlichen Biotop auf dem Firmengelände zugeführt. Von dort versickert das Wasser langsam und wird über den Grundwasserpfad den Aischwiesen zugeführt. Dadurch wird die kommunale Kläranlage nicht unnötig mit sauberem Regenwasser belastet.
Das Beispiel zeigt: Klimafreundliches Bauen und die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern erfordern nicht die eine Technologie. Entscheidend ist das intelligente Zusammenspiel verschiedener Lösungen – abgestimmt auf Gebäude, Nutzung und Standort.





