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Röthenbach a.d.PegnitzGood Practice

Genossenschaftliche Wärmewende im Bestandsquartier: Die Conradty Siedlung

Neue Lösungen für denkmalgeschützte Gebäude: In Röthenbach an der Pegnitz entsteht für das Bestandsquartier Conradty Siedlung eine gemeinschaftlich getragene Nahwärmeversorgung auf Basis erneuerbarer Energien. Grundlage ist eine eigens dafür gegründete Genossenschaft.

Die Conradty Siedlung hat sich zum Ziel gesetzt, unabhängig von fossilen Energien zu werden und eine nachhaltige, regionale und bezahlbare Wärmeversorgung umzusetzen. Mit etwa 130 Reihen- und Mehrfamilienhäusern sowie einigen Gewerbeobjekten ist das Quartier heterogen bebaut. Die Gebäude sind zudem überwiegend denkmalgeschützt, was klassische Lösungen wie Solardächer oder individuelle Wärmepumpen erschwert. 

Am 30. Juni 2025 gründeten Anwohnerinnen und Anwohner deshalb eine Genossenschaft: die Wärmenetz Conradty Siedlung (WCS) eG, aktuell mit 18 Mitgliedern und 54 angemeldeten Hausanschlüssen (Stand August 2026). Sie soll ein unterirdisch verlegtes Nahwärmenetz realisieren, das bauliche Veränderungen an den Gebäuden vermeidet.

Für Bürger:innen bedeutet die genossenschaftliche Struktur direkten Einfluss auf die eigene Wärmeversorgung, ohne dass Gewinnerzielung im Vordergrund steht. So werden gerade bei denkmalgeschützten Beständen individuelle Belastungen vermieden und eine kostengünstige Preisgestaltung ermöglicht. Zudem entsteht eine gebündelte, zukunftsfähige Lösung für ein Quartier, das sich energetisch kaum gebäudeweise sanieren lässt. 

Aktuell läuft die Vorbereitung einer Machbarkeitsstudie, die Energiebedarfe sowie Potenziale und Wirtschaftlichkeit verschiedener Wärmequellen bewertet – darunter Fluss- oder Luft-Wärmepumpen, Hackschnitzel, Biomethan und industrielle Abwärme. Der Start der Wärmeversorgung ist für 2029/30 vorgesehen.

Das Modell zeigt, wie sich auch in schwierigen Bestandsstrukturen mit Denkmalschutz eine gemeinschaftliche Wärmelösung organisieren lässt – übertragbar auf andere Quartiere mit ähnlicher Ausgangslage. Die treibende Kraft für die Wärmewende ist hier eine engagierte Bürgerschaft.

Die Gebäude der Conradty Siedlung sind großteils denkmalgeschützt. Foto: Uwe Niklas

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