Wärme in Bürgerhand: Lonnerstadt versorgt mit einem Nahwärmenetz rund 160 Haushalte
Regionale Wertschöpfung bei der Erzeugung der eigenen Wärme. Das hat sich die Bürgergesellschaft in Lonnerstadt zum Ziel gemacht. Ein Nahwärmenetz versorgt hier kostengünstig und nachhaltig die Gemeinde mit Wärme. Dabei proftieren die Teilhabenden gleich doppelt.
Durch das Nahwärmenetz spart die Gemeinde Lonnerstadt knapp 600.000 Liter Heizöl pro Jahr
Der Betreiber ist die 2023 gegründete Wärmenetz Lonnerstadt UG & Co. KG, eine reine Bürgergesellschaft mit 130 Gesellschaftern: Wer als Anwohner in der Gemeinde Wärme abnimmt, ist gleichzeitig Kommanditist. Keine Gemeindewerke, kein externer Investor. Das Ziel ist nicht Gewinnerzielung, sondern dauerhaft stabile Preise. Aktuell liegt der Nettopreis bei 11 Cent pro Kilowattstunde. Über Preise und Ausrichtung stimmen die Abnehmer in ihrer Funktion als Teilhabende jährlich gemeinsam ab.
Regionale Energie für die Kommune
Die technische Basis bilden insbesondere für die Kalte Jahreszeit zwei Holzhackschnitzelkessel mit je 900 kW Leistung und im Sommer übernimmt eine 400-kW- Großwärmepumpe nahezu die gesamte Last. Die Großwärmepumpe wird dabei ausschließlich mit Strom aus einem rund einen Kilometer entfernten Freiflächen-Photovoltaik-Park betrieben. Die Holzhackschnitzel wiederum stammen aus Wäldern der unmittelbaren Umgebung und werden direkt am Heizkraftwerk gelagert und verarbeitet. Die gesamte Wertschöpfungskette der Energie bleibt somit im direkten Umland erhalten und stärkt dadurch auch die regionale Wirtschaft.
Anwohner:innen profitieren gleich doppelt:
Für die angeschlossenen Haushalte entfällt vor Ort die eigene Heizungsanlage – samt Wartung, Brennstoffbeschaffung und dem Risiko steigender Energiepreise. Zusätzlich können öffentliche Einrichtungen wie Kindergarten oder Gemeindehaus vollständig durch das Netz versorgt werden. Für den Ort insgesamt ersetzt das Netz rund 160 alte Öl-, Gas- und Holzheizungen. Im Endausbau spart Lonnerstadt damit jährlich rund 600.000 Liter Heizöl und etwa 1.170 Tonnen CO₂ ein.
Lonnerstadt zeigt, wie ein Wärmenetz entstehen kann, wenn die Initiative aus der Bürgerschaft selbst kommt und die Betreiberstruktur konsequent daran ausgerichtet wird: Die Wertschöpfung bleibt im Ort, die Entscheidungen auch.
Mehr Informationen unter: www.waermenetz-lonnerstadt.de





