Das Energiedorf Bundorf – Wo Wärme und Strom zusammenfließen
Eine Gemeinde, die es in sich hat: In Bundorf im Landkreis Haßberge steht einer der größten Solarparks Deutschlands. Zum Pionier wird der rund 900 Einwohner starke Ort jedoch durch das angeschlossene nachhaltige Fernwärmesystem. Das Konzept könnte bei Kommunen und Energiegenossenschaften Schule machen.
Fernwärme mit Großwärmepumpen
Allein der Freiflächen-PV-Park mit 125 MW installierter Leistung produziert 131 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr. Rechnerisch reicht das für ca. 37.500 Vier-Personen-Haushalte. Bundorf hat sich diese lokale Energieressource zum Ausgangspunkt genommen, ein innovatives, ganzheitliches Fernwärmekonzept umzusetzen. Seit 2024 fließt ein Teil der produzierten Sonnenenergie direkt in ein neu errichtetes Fernwärmenetz mit Großwärmepumpen, das komplett erneuerbar betrieben wird.
100 % erneuerbare Wärme - auch ohne Sonne
Dafür verbindet eine direkte Stromleitung einen Teilbereich des Parks von ca. 1,5 MW Leistung mit der Heizzentrale. Herrscht eine PV-Flaute, kommt zunächst ein Großwärmepufferspeicher zum Einsatz. Sobald dieser Vorrat erschöpft ist, springt ein Hackschnitzelkessel ein. Schlüssel für die Wirtschaftlichkeit des Fernwärmenetzes ist der eigene Solarstrom: er garantiert dem Betreiber einen niedrigen Strompreis von 7 Cent pro kWh über 30 Jahre. Bundorf ist so zum nachhaltigen Energiedorf geworden.
Bürger und Gemeinde profitieren
Realisiert hat das Projekt die EnergieGenossenschaft EGIS eG gemeinsam mit der Gemeinde Bundorf und der MaxSolar GmbH. Das Leitungsnetz versorgt bereits 23 Haushalte und fünf öffentliche Gebäude. Knapp 40 Hektar des 125 Hektar großen Solarparks verbleiben über eine Genossenschaft in der Hand der Bürger. Als Mitglieder der EGIS eG werden sie an den Erlösen der Erneuerbaren-Energien-Anlage beteiligt. Ein weiterer positiver Effekt sind die Steuereinnahmen für die Gemeinde.
Schutz von Klima und Biodiversität
Die jährliche CO₂-Ersparnis des Gesamtprojekts liegt bei rund 90.000 Tonnen. Das entspricht circa der Summe an Klimagasen, die 8.000 Personen in Deutschland im Jahr verursachen. Auch die Biodiversität profitiert: zwischen den Modulreihen wachsen Blumenwiesen mit regionalen Sorten und bieten auch der rückläufigen Feldlerchenpopulation neuen Lebensraum. Größere Wildtiere können die Anlage über einen Korridor von einem Habitat in ein anderes queren.
Die Heizzentrale. Bild: EGIS eG

Bild: EGIS eG




