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Good Practice

Solarthermie und Biomasse statt Öl und Gas: Markt Erlbach geht voran

Wie die Wärmewende in der Praxis funktioniert, zeigen Marktgemeinde und naturstrom im mittelfränkischen Markt Erlbach. 2019 wurde dort mit Unterstützung der Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß ein regeneratives Nahwärmenetz umgesetzt.

Heute versorgt das rund 6km lange Netz über 140 Haushalte und Gebäude mit Wärme und Warmwasser. Auch 14 kommunale Gebäude und ein großer Industriebetrieb sind angeschlossen. Erzeugt wird die Wärme durch eine Solarthermie-Freiflächenanlage von 1.470m² Fläche, kombiniert mit Biomasse-Heizkesseln für Waldhackschnitzel. Das Solarthermiefeld ist eine von Bayerns größten Anlagen und hat eine Leistung von 860 kW. Die beiden Heizkessel mit einer Leistung von jeweils 1.250 kW werden pro Jahr mit rund 144 Tonnen Hackschnitzeln aus regionalem Restholz gespeist. Dadurch wird jährlich eine beeindruckende Vergleichsmenge von ca. 630.000 l Heizöl eingespart, oder auch 1.800 t CO2.

Das innovative Projekt hat sich bewährt: „Als 2022 durch den Krieg in der Ukraine die Energiepreise stiegen, hätten sich gerne noch mehr Haushalte angeschlossen, die anfangs skeptisch waren“, berichtet Bürgermeisterin Kreß. 2024 wurde das Netz noch erweitert und eine zweite Energiezentrale errichtet. Auch die in Markt Erlbach ansässige Firma Breitsamer Honig, auf deren Grundstück die Anlage steht, nimmt einen Teil der von der Anlage erzeugten Wärme ab.

Die Kombination von Freiflächen-Solarthermie mit Biomasse ist gerade für kommunale Nahwärmenetze ein sinnvoller Ansatz: hohe solare Deckungsraten im Sommer, regionale Hackschnitzel als zusätzlicher Wärmelieferant im Winter. Das Ergebnis ist eine klimafreundliche und langfristig stabile Wärmeversorgung.

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