Co2-freier Gebäudeabbruch in Nürnberg
Die Stadt Nürnberg setzt ein Zeichen für nachhaltiges und zukunftsfähiges Bauen: Von Mai bis Juli 2026 führt der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) einen vollständig klimaneutralen Rückbau der ehemaligen Gärtnerei Sauerbrey im Westpark durch. Damit wird erstmals ein Gebäudeabbruch über weite Teile des Prozesses hinweg CO₂-frei umgesetzt – von den Abbrucharbeiten bis hin zum Transport.
Die Stadt macht damit deutlich, dass nachhaltiges Handeln nicht erst beim Neubau beginnt, sondern bereits beim Rückbau von Gebäuden. Dabei kommen emissionsfreie und zugleich deutlich leisere Maschinen zum Einsatz. Der Rückbau des Gärtnerei-Areals ist Teil der Erweiterung und Neugestaltung des Westparks im Nürnberger Südwesten. Die Stadt hat das Gelände der ehemaligen Gärtnerei Sauerbrey gekauft und erweitert damit den Park im Osten um 7.000 Quadratmeter Fläche – so können ehemals gewerblich genutzte Flächen in öffentlichen Grünraum umgewandelt werden. Dabei werden rund 1.200 Quadratmeter Fläche entsiegelt.
Herausforderungen im Bauwesen und Urban Mining
Das Projekt umfasst neben dem maschinellen Rückbau die fachgerechte Separierung schadstoffbelasteter Baustoffe sowie die Verwertung der anfallenden Materialien. Das Gebäude wird dabei als Rohstofflager im Sinne des „Urban Mining“ verstanden. Ziel ist es, Abfälle zu minimieren und natürliche Ressourcen zu schonen. Baustellen und Abbrucharbeiten gelten traditionell als besonders energieintensiv und emissionsreich. Vor allem dieselbetriebene Baumaschinen, Schwerlastverkehr sowie ein hoher Energieverbrauch verursachen erhebliche CO₂-Emissionen, Lärm und Luftbelastungen. Mit dem Projekt im Westpark geht Nürnberg deshalb bewusst neue Wege und zeigt, wie kommunale Baustellen künftig klimafreundlicher umgesetzt werden können.
Strenge CO2-Vorgaben für die Baustelle
Besonders innovativ sind die strengen CO₂-Vorgaben für die Baustelle: Alle eingesetzten Maschinen, Geräte und Transportfahrzeuge müssen emissionsfrei betrieben werden. Zugelassen sind ausschließlich elektrische oder wasserstoffbetriebene sowie weitere CO₂-freie Antriebe. Der Einsatz klassischer Verbrennungsmotoren – auch in Hybridform oder mit alternativen Kraftstoffen – ist ausgeschlossen. Ebenso dürfen keine stromerzeugenden Aggregate mit fossilen Antrieben für Ladeprozesse genutzt werden.
Durch den Verzicht auf fossile Antriebe werden Feinstaub, Stickoxide und Lärm deutlich reduziert. Die spätere Erweiterung des Westparks verbessert zusätzlich das Stadtklima und schafft neue Erholungs-, Begegnungs- und Grünflächen für die Nürnberger Bevölkerung. Der Rückbau zeigt damit beispielhaft, wie kommunale Bau- und Abbruchprozesse künftig ressourcenschonend, energieeffizient und klimaverträglich umgesetzt werden können. Gleichzeitig trägt das Vorhaben zur Umsetzung des integrierten Klimaschutzkonzepts der Stadt Nürnberg bei und unterstützt das Ziel der Klimaneutralität bis 2035.
Der Rückbau zeigt beispielhaft, wie kommunale Bau- und Abbruchprozesse künftig ressourcenschonend, energieeffizient und klimaverträglich umgesetzt werden können.
Weitere Informationen zum Projekt auf der Sör-Webseite im Internet unter
nuernberg.de/internet/soer_nbg/klimaneutrale_baustelle.html. Weitere Informationen zum Westpark auf nuernberg.de/internet/soer_nbg/westpark.html.




